📌Was einen Winterreifen zu einem echten Winterreifen macht
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📌Was einen Winterreifen zu einem echten Winterreifen macht

Zwar gibt es keine verbindliche Winterreifenpflicht, aber die Straßenverkehrsordnung (§2 Absatz 3a der StVO) fordert von Verkehrsteilnehmern, ihre „AusrĂŒstung an die WetterverhĂ€ltnisse anzupassen“. Und mittlerweile hat der Gesetzgeber diese freie Formulierung auch konkretisiert: Autofahrer mĂŒssen bei Glatteis, SchneeglĂ€tte, Schneematsch, Eis- oder ReifglĂ€tte Winterreifen aufgezogen haben.
Was einen Reifen zum Winterreifen macht? Sein Profil und seine LaufflĂ€che sind so konstruiert, dass er bei Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften als ein Sommerreifen hat. Technische Details mĂŒssen Autofahrer beim Kauf nicht kennen. Es genĂŒgt auf ein Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) zu achten. Neu ist, dass Reifen mit der Kennzeichnung M+S nicht mehr in jedem Fall genĂŒgen. Und um als wintertauglich zu gelten, mĂŒssen sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sein. Diese Ausnahmeregelung hat bis zum 30. Dezember 2024 Bestand.
Wer die Winterreifen-Regelung missachtet, riskiert ein Bußgeld und Punkte in Flensburg. Einen Punkt und ein Bußgeld von mindestens 60 Euro kassieren alle, die die Polizei bei Winterwetter mit Sommerreifen antrifft. Wird der Verkehr durch die falschen Reifen gefĂ€hrdet werden 80 Euro Bußgeld und ein Punkt fĂ€llig. Aber auch dem Halter, der eine Fahrt mit falscher Bereifung zulĂ€sst, droht ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro und ein Punkt.

Bei einem Unfall nicht auszuschließen, sind Konsequenzen beim Versicherungsschutz. Insbesondere wenn Schneematsch schon wochenlang fĂŒr Behinderungen auf den Straßen gesorgt hat. NatĂŒrlich reguliert die Kfz-Haftpflichtversicherung eines Unfallverursachers immer den Schaden des Opfers. Allerdings kann sie den eigenen Versicherungsnehmer, der ohne Winterreifen unterwegs war, im Nachgang mit bis zu 5.000 Euro in Regress nehmen.
Aber auch beim Unfallopfer kann falsche Bereifung durchaus zum Problem werden: LĂ€sst sich nachweisen, dass dessen fehlende WinterausrĂŒstung ursĂ€chlich fĂŒr den Unfall war – weil sich zum Beispiel der Bremsweg drastisch verlĂ€ngert hat – muss das Unfallopfer mit einer Mithaftung rechnen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers ersetzt den Schaden nicht komplett, sondern nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz. Besonders prekĂ€r kann sich das bei PersonenschĂ€den auswirken, wenn es um Schmerzensgeld, Verdienstausfall oder Rentenzahlungen geht.

Fazit: Sommerreifen und winterliche StraßenverhĂ€ltnisse passen nicht zusammen. Wer das ignoriert, riskiert neben den Folgen beim Versicherungsschutz auch rechtliche Konsequenzen, insbesondere wenn durch den Unfall Personen verletzt wurden.
Textquelle: © Manuel Montefalcone, Redaktion Freie Werkstatt (mit Material von HUK-COBURG)

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